{"id":8043,"date":"2026-07-10T11:58:34","date_gmt":"2026-07-10T09:58:34","guid":{"rendered":"https:\/\/gfieurope.org\/de\/?page_id=8043"},"modified":"2026-07-13T09:52:18","modified_gmt":"2026-07-13T07:52:18","slug":"biomassefermentation-wissenswertes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gfieurope.org\/de\/biomassefermentation-wissenswertes\/","title":{"rendered":"Biomassefermentation"},"content":{"rendered":"<div class=\"page-header-side-image alignfull has-background has-white-background-color\">\n\t\n\t<div class=\"page-header-side-image__wrap alignsemiwide\">\n\t\t\n\n<div class=\"page-header-side-image__content\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Biomassefermentation: Ein nachhaltiger Prozess zur Herstellung von Proteinen<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Alles, was Sie \u00fcber die Biomassefermentation wissen m\u00fcssen und wie dieser Prozess zu mehr Proteinvielfalt und einem nachhaltigeren Ern\u00e4hrungssystem beitragen kann.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"page-header-side-image__media\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Koralo-01-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8130\" srcset=\"https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Koralo-01-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Koralo-01-300x200.jpg 300w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Koralo-01-768x511.jpg 768w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Koralo-01-437x291.jpg 437w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Koralo-01-214x142.jpg 214w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Koralo-01.jpg 1080w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Koralo<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"alignfull in-page\" data-label=\"AUF DIESER SEITE\">\n\t<div class=\"alignwide in-page__content\">\n\t\t<span class=\"in-page__label\"><strong>AUF DIESER SEITE:<\/strong><\/span>\n\t\t<div class=\"in-page__menu\">\n\t\t\t\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"#prozess\">Prozess<\/a>  | <a href=\"#geschichte\">Geschichte<\/a>  | <a href=\"#unterschied\">Unterschied zur Pr\u00e4zisionsfermentation<\/a> | <a href=\"#nachhaltigkeit\">Nachhaltigkeit<\/a>  | <a href=\"#regulierung\">EU Regulierung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mikroorganismen sind die am h\u00e4ufigsten vorkommende Lebensform und in fast jedem \u00d6kosystem des Planeten zu finden, von den Tiefen des Meeres bis hin zu unserem eigenen Verdauungssystem. Der Mensch nutzt diese winzigen Organismen schon seit langem zur Herstellung von Lebensmitteln. So wird beispielsweise Hefe seit Jahrtausenden zur Brotherstellung und zur G\u00e4rung von Bier verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute spielen Mikroorganismen eine Schl\u00fcsselrolle bei der Bew\u00e4ltigung einer der dr\u00e4ngendsten Herausforderungen unserer Zeit: Den weltweit steigenden Bedarf an hochwertigen Proteinen zu decken, ohne dabei die \u00f6kologischen Kosten der intensiven Tierhaltung in Kauf zu nehmen. Die Biomassefermentation ist hier ein vielversprechender neuer L\u00f6sungsansatz.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"prozess\" class=\"wp-block-heading is-style-accent has-large-font-size\"><strong>Was ist Biomassefermentation?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Biomassefermentation ist ein Prozess, bei dem Mikroorganismen wie Pilze (z. B. Hefen), Algen (z. B. Spirulina) oder Bakterien schnell wachsen oder sich vermehren und dabei gro\u00dfe Mengen an hochwertigen Proteinen produzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Mikroorganismen werden in gro\u00dfe Fermenter gegeben und mit Zucker (oft aus Nutzpflanzen wie Weizen, Mais oder Zuckerr\u00fcben), Wasser, Sauerstoff und N\u00e4hrstoffen versorgt. Der Zucker und die N\u00e4hrstoffe k\u00f6nnen unter anderem aus landwirtschaftlichen Nebenstr\u00f6men gewonnen werden. Beispielsweise f\u00fcttert das deutsche Startup MicroHarvest Mikroorganismen mit Resten aus der Erbsenverarbeitung und Zuckerproduktion.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter solch kontrollierten Bedingungen wachsen diese Mikroorganismen sehr schnell. Die dabei entstehende Biomasse ist reich an Eiwei\u00df, Ballaststoffen und anderen N\u00e4hrstoffen. Die Mischung wird anschlie\u00dfend abgesiebt, um die Fl\u00fcssigkeit zu entfernen, sodass eine Zutat zur\u00fcckbleibt, die zur Herstellung verschiedener Lebensmittel \u2013 von W\u00fcrsten bis hin zu Joghurt \u2013 verwendet werden kann. Wurde ein Pilz als Ausgangsstoff verwendet, wird diese Zutat allgemein als <em>Mykoprotein <\/em>bezeichnet.<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-1024x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8044\" srcset=\"https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-1024x1024.png 1024w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-300x300.png 300w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-150x150.png 150w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-768x768.png 768w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-1440x1440.png 1440w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-1080x1080.png 1080w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-437x437.png 437w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/German-version-1-214x214.png 214w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nachdem, welcher Mikroorganismus f\u00fcr den Fermentationsprozess ausgew\u00e4hlt wird, kann das Biomasseprotein als Hauptzutat oder als sekund\u00e4re Zutat f\u00fcr die Verbesserung der Eigenschaften eines anderen Produkts verwendet werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Prozess ist der am weitesten verbreitete, doch europaweit gibt es verschiedene innovative Ans\u00e4tze mit unterschiedlichen Ausgangsmaterialien. Beispielsweise produziert das finnische Unternehmen Solar Foods Biomasse mithilfe eines<a href=\"https:\/\/solarfoods.com\/science\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u00e4hnlichen Verfahrens<\/a>, wobei der von ihnen gew\u00e4hlte Mikroorganismus in der Lage ist, Kohlendioxid aus der Luft als Hauptn\u00e4hrstoff und Wasserstoffgas als Energiequelle zu nutzen, um sich zu einer proteinreichen Biomasse zu vermehren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"geschichte\" class=\"wp-block-heading is-style-accent has-large-font-size\"><strong>Die Geschichte der Biomassefermentation in Europa&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Produktion von Tempeh, einem traditionellen Lebensmittel aus Indonesien, nutzt \u00e4hnliche Techniken wie die Biomassefermentation, um n\u00e4hrstoffreiche Pilze auf Basis von Sojabohnen zu z\u00fcchten. Diese Art der Herstellung reicht \u00fcber 400 Jahre zur\u00fcck, doch in Europa begann sich dieser Ansatz erst im 20. Jahrhundert durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte der ber\u00fchmte deutsche Wissenschaftler <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Justus_von_Liebig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Justus von Liebig<\/a> ein Verfahren zur Herstellung von Hefeextrakt aus gebrauchter Bierhefe. Im Jahr 1902 schloss sich die<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marmite_(Lebensmittel)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Marmite Food Extract Company<\/a> mit einer lokalen britischen Brauerei zusammen, um daraus einen n\u00e4hrstoffreichen, proteinreichen Brotaufstrich zu entwickeln. Der Aufstrich erfuhr wachsende Beliebtheit in Gro\u00dfbritannien und wurde w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs sogar als Nahrungserg\u00e4nzungsmittel verwendet. Dies war die erste weit verbreitete Anwendung der Biomassefermentation f\u00fcr Lebensmittel in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Zweiten Weltkrieg gab der Mehlfabrikant Arthur J. Rank<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/00076791.2024.2354816#abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Forschungsarbeiten<\/a> in Auftrag, um eine schmackhafte, n\u00e4hrstoffreiche Proteinquelle zu entwickeln, mit der die schnell wachsende Weltbev\u00f6lkerung ern\u00e4hrt werden konnte. Nach Analyse von \u00fcber 3.000 Pilzst\u00e4mmen aus aller Welt wurde der Fadenpilz <em>Fusarium venenatum,<\/em> der im Garten eines der Forscher gesammelt worden war, als vielversprechendster Kandidat identifiziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Marlow Foods entwickelte diese Entdeckung anschlie\u00dfend zu Mykoprotein weiter, das 1985 in Gro\u00dfbritannien f\u00fcr den menschlichen Verzehr zugelassen wurde und bis heute unter dem Markennamen Quorn verkauft wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren ist das Interesse an der Biomassefermentation erheblich gewachsen, da die Auswirkungen des Klimawandels und die Volatilit\u00e4t globaler Lieferketten die Bedeutung von Proteinvielfalt deutlich gemacht haben. In ganz Europa forschen zahlreiche Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Startups an dem Potenzial von Mikroorganismen zur Herstellung nachhaltiger, n\u00e4hrstoffreicher und schmackhafter Proteinzutaten. Neue Forschungsarbeiten zur Biomassefermentation untersuchen weitere St\u00e4mme und Fermentationsans\u00e4tze, aber greifen auch auf \u00e4ltere Techniken zur\u00fcck. Dazu z\u00e4hlt beispielsweise die lokale Anpassung der Tempeh-\u00e4hnlichen Fermentation, wie das Z\u00fcchten von<a href=\"https:\/\/www.foodnavigator.com\/Article\/2023\/03\/17\/Millow-Mycelium-and-oats-make-completely-new-protein-for-alternative-meat-products\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Pilzmyzel auf Hafer.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Startups, die mit unterschiedlichen Ans\u00e4tzen daran arbeiten, eine neue Generation proteinreicher Fleischalternativen zu entwickeln, darunter Infinite Roots und MicroHarvest aus Hamburg, Nosh.bio und KultFarm aus Berlin, ProteinDistillery aus Ostfildern sowie Kynda aus Jelmstorf.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"unterschied\" class=\"wp-block-heading is-style-accent has-large-font-size\"><strong>Was ist der Unterschied zwischen Biomassefermentation und Pr\u00e4zisionsfermentation?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sowohl bei der Biomassefermentation als auch bei der Pr\u00e4zisionsfermentation kommen Mikroorganismen und Fermenter zum Einsatz, doch zu unterschiedlichen Zwecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Biomassefermentation ist der Mikroorganismus selbst der Ausgangsstoff f\u00fcr die resultierenden Zutaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Pr\u00e4zisionsfermentation wird der Mikroorganismus als winzige Fabrik zur Herstellung einer bestimmten Zutat genutzt. Er erh\u00e4lt die Anweisung, eine bestimmte Verbindung zu produzieren, beispielsweise ein Protein, ein Enzym oder ein Fett. Das Endprodukt ist nicht der Mikroorganismus selbst, sondern die spezifische Zutat, zu deren Herstellung der Organismus angewiesen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pr\u00e4zisionsfermentation wird in Europa bereits seit Jahrzehnten zur Herstellung von Lab eingesetzt, einem Enzym, das zur K\u00e4seherstellung verwendet wird. Seit einigen Jahren werden jedoch neue Anwendungsm\u00f6glichkeiten erforscht, mit dem Ziel, resilientere Quellen f\u00fcr Inhaltsstoffe wie Molkenprotein, Schokolade und Palm\u00f6l zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-fe48e5de wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/gfieurope.org\/precision-fermentation\/\">Mehr Informationen zur Pr\u00e4zisionsfermentation (auf Engl.)<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 id=\"nachhaltigkeit\" class=\"wp-block-heading is-style-accent has-large-font-size\"><strong>Was sind die \u00f6kologischen Vorteile der Biomassefermentation?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Vergleich zur konventionellen Tierhaltung hat die Biomassefermentation aus verschiedenen Gr\u00fcnden einen deutlich geringeren \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Landnutzung<\/strong>: Die konventionelle Tierhaltung ben\u00f6tigt riesige Fl\u00e4chen \u2013 haupts\u00e4chlich als Weideland und zum Tierfutteranbau \u2013, was<a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/drivers-of-deforestation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> zur Entwaldung f\u00fchrt<\/a>. Im Gegensatz dazu ben\u00f6tigen in Fermentern gez\u00fcchtete Mikroorganismen nur sehr wenig Platz. Laut<a href=\"https:\/\/www.quorn.co.uk\/assets\/files\/content\/Carbon-Trust-Comparison-Report-2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> einem Bericht des Carbon Trust<\/a> erfordert die Produktion von 1 kg Rinderhackfleisch 13- bis 16-mal mehr Land als 1 kg Mykoprotein-Hackfleisch. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-022-04629-w\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie des Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung (PIK)<\/a> prognostiziert au\u00dferdem, dass eine weltweite Substitution von 20 % des Pro-Kopf-Konsums von Rindfleisch durch Mykoprotein bis 2050 die j\u00e4hrliche Entwaldung und die damit verbundenen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen um etwa die H\u00e4lfte reduzieren k\u00f6nnte. Durch geringere Fl\u00e4chennutzung kann Fermentation also dazu beitragen, den wachsenden Proteinbedarf zu decken und gleichzeitig Raum f\u00fcr eine nachhaltige und regenerative Landwirtschaft zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Treibhausgasemissionen<\/strong>: Die Tierhaltung ist eine der Hauptquellen f\u00fcr Methan und andere Treibhausgase. Der<a href=\"https:\/\/www.quorn.co.uk\/assets\/files\/content\/Carbon-Trust-Comparison-Report-2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Bericht des Carbon Trust<\/a> ergab, dass bei der Herstellung von 1 kg Rinderhackfleisch 20- bis 27-mal mehr Treibhausgase entstehen als bei 1 kg Mykoprotein-Hackfleisch, und bei der Herstellung von 1 kg Schweinsw\u00fcrste 7- bis 8-mal mehr als bei 1 kg Mykoprotein-W\u00fcrsten. Der Energieverbrauch f\u00fcr den Betrieb der Fermenter ist der Hauptfaktor f\u00fcr den CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck der Fermentation. Daher w\u00fcrde die Nutzung erneuerbarer Energien den Prozess in der Zukunft noch nachhaltiger machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wasser<\/strong>: Fermentation erfordert oft weniger Wasser als Tierhaltung f\u00fcr die Ern\u00e4hrung. So ben\u00f6tigt die Herstellung von 1 kg Rinderhackfleisch 2,5- bis 17,8-mal mehr Wasser als die Herstellung von 1 kg Mykoprotein-Hackfleisch, und 1 kg Schweinsw\u00fcrste erfordert 1,8- bis 2,5-mal mehr Wasser als ein entsprechendes Mykoprotein-Produkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kreislaufwirtschaft<\/strong>: Die Biomassefermentation kann unterschiedliche Reststr\u00f6me aus der Landwirtschaft nutzen, wie zum Beispiel Okara, ein Nebenprodukt der Tofuproduktion. Dies schafft neue Einnahmequellen f\u00fcr landwirtschaftliche Betriebe. Dadurch kann Biomassefermentation einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zur Nachhaltigkeit des gesamten Ern\u00e4hrungssystems leisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch andere traditionelle Bereiche der Ern\u00e4hrungswirtschaft k\u00f6nnen von den M\u00f6glichkeiten der Biomassefermentation profitieren. Zum Beispiel eignen sich Brauereien f\u00fcr die Biomassefermentation. In Deutschland gibt es mehrere Unternehmen, die diese Synergien im Rahmen von Partnerschaften mit Brauereien nutzen \u2013 zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/fleischersatz-aus-der-brauerei-bitburger-kooperiert-mit-mushlabs-18170083.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infinite Roots<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/handel-konsumgueter\/innovation-stoertebeker-stellt-fleischersatz-aus-biertreber-her\/100156505.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eat Beer<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/handel-konsumgueter\/nosh-bio-dieses-start-up-braut-veggie-fleisch-in-bierkesseln\/100111336.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nosh.bio<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"regulierung\" class=\"wp-block-heading is-style-accent has-large-font-size\"><strong>Wie wird die Biomassefermentation in Europa reguliert<\/strong>?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn bei der Herstellung von Lebensmitteln auf Basis von Biomassefermentation Mikroorganismen verwendet werden, die in der EU seit vielen Jahren verzehrt werden (wie Hefe, Spirulina, Koji oder Mykoprotein aus <em>Fusarium venenatum<\/em>) k\u00f6nnen diese meist ohne neue Zulassung auf den Markt gebracht werden. Wird jedoch eine neuer Mikroorganismus oder ein neues Herstellungsverfahren verwendet, ist in der Regel eine neue Zulassung durch die sogenannte <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/?uri=CELEX%3A02015R2283-20210327\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Novel-Food-Verodnung<\/a> f\u00fcr das Inverkehrbringen in der EU erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald die EU-Aufsichtsbeh\u00f6rden ein Produkt oder eine Zutat aus der Biomassefermentation zugelassen haben, darf es in allen 27 Mitgliedstaaten verkauft werden. Das Zulassungsverfahren umfasst eine gr\u00fcndliche und evidenzbasierte Bewertung der Sicherheit und des N\u00e4hrwerts und dauert sch\u00e4tzungsweise mindestens 18 Monate, kann in der Praxis jedoch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. In Europa ist das etablierteste Produkt in diesem Bereich das Mykoprotein von Quorn, das seit Jahrzehnten weit verbreitet ist und bereits vor Inkrafttreten des aktuellen Rechtsrahmens auf den Markt kam. In j\u00fcngerer Zeit wurde \u201eFermotein\u201c von The Protein Brewery als erstes neuartiges Mykoprotein in der EU zugelassen, nachdem es bereits in den Vereinigten Staaten und Singapur die beh\u00f6rdlichen Genehmigungen erhalten hatte. Aus Deutschland haben zurzeit zwei Unternehmen, <a href=\"https:\/\/microharvest.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MicroHarvest<\/a> und <a href=\"https:\/\/koralo-foods.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Koralo Foods<\/a>, Antr\u00e4ge f\u00fcr Zutaten aus der Biomassefermentation im Zulassungsverfahren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading is-style-accent has-large-font-size\"><strong>Wie kann die europ\u00e4ische Politik zum Durchbruch von  Produkten auf Basis von Biomassefermentation beitragen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Biomassefermentation hat in Europa eine lange Tradition; f\u00fchrende Forscher und Startups sind hier auf diesem Gebiet ans\u00e4ssig. Auch die \u00f6ffentlichen F\u00f6rdermittel nehmen sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene allm\u00e4hlich zu. Damit mikrobielle Inhaltsstoffe skaliert werden k\u00f6nnen, braucht es allerdings noch deutlich mehr Investitionen in Forschung, Innovation und Infrastruktur. Gleichzeitig muss das EU-Zulassungsverfahren f\u00fcr neuartige Lebensmittel unter Beibehaltung der hohen Sicherheitsstandards optimiert werden, um eine effizientere Pr\u00fcfung zu gew\u00e4hrleisten. Dies kann beispielsweise durch klare Fristen f\u00fcr die einzelnen Prozessschritte und Konsultationsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Antragsteller vor der Einreichung ihrer Dossiers erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns alignwide has-gray-background-color has-background is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Kynda-Biotech-03.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8132\" srcset=\"https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Kynda-Biotech-03.jpg 1024w, https:\/\/gfieurope.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/Kynda-Biotech-03-300x200.jpg 300w, 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wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-buttons alignwide is-content-justification-center is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-21295d6f wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/gfieurope.org\/de\/fermentation\/\">Mehr erfahren<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline is-style-outline--1\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/gfieurope.org\/de\/spenden\/\">Unterst\u00fctzen Sie uns<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:58px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Your guide to the science, business and policy of using fermentation 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