Politik für eine nachhaltige Proteindiversifikation
Pflanzenbasiertes und kultiviertes Fleisch und Lebensmittel auf Basis von modernen Fermentationsverfahren tragen maßgeblich zur Lösung von zahlreichen gesellschaftlichen Herausforderungen bei.
Als internationale Nichtregierungsorganisation, die für ein nachhaltiges, sicheres und gerechtes Ernährungssystem arbeitet, setzt sich GFI Europe für mehr öffentliche Forschungsförderung, für eine evidenzbasierte Regulierung und für faire Wettbewerbsbedingungen für alternative Proteine ein.

Politische Schwerpunkte
Das Politikteam des Good Food Institute Europe bringt drei Schwerpunktthemen voran, um den gesellschaftlichen Nutzen von pflanzenbasiertem und kultiviertem Fleisch und anderen alternativen Proteinquellen zu maximieren.

Öffentliche Investitionen in die Open-Access-Forschung können den gesellschaftlichen Nutzen von alternativen Proteinquellen maximieren. Erfahren Sie, wie sich GFI Europe für den Ausbau der Forschungsförderung einsetzt.
Das wissenschaftliche, wirtschaftliche und politische Ökosystem in Deutschland

Das Good Food Institute Europe hat eine umfassende Bestandsaufnahme des deutschen Ökosystems für alternative Proteinquellen vorgelegt. Der Report liefert vertiefte Einblicke in die Marktentwicklung im Plantbased-Bereich, die kommerzielle Landschaft in Deutschland, Investitionen in den Sektor, die Forschungs- und Innovationslandschaft sowie in die politischen Rahmenbedingungen.
In manchen Bereichen des Sektors für alternative Proteine sind deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen heute führend. Doch obwohl zahlreiche Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft engagiert daran arbeiten, neue Proteine auf Basis von Pflanzen, Kultivierung und Fermentation voranzubringen, hat Deutschland sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft.
Gesellschaftliche Herausforderungen
Ein Ausbau der Forschungsförderung im Bereich alternativer Proteinquellen und faire politische Rahmenbedingungen können dazu beitragen, dass diese nachhaltigen Lebensmittel für alle Menschen verfügbar werden. Indem sie diesen entstehenden Bereich aktiv mitgestaltet, kann die Politik dazu beitragen, die Umweltauswirkungen unseres Ernährungssystems deutlich zu verringern, Risiken für die öffentliche Gesundheit zu senken und weltweit mehr Menschen mit weniger Ressourcen zu ernähren.

Nachhaltigkeit und Gesundheit
Die im Pariser Klimaabkommen festgelegten Ziele lassen sich nicht ohne eine grundlegende Änderung unseres Ernährungssystems erreichen. Mit pflanzenbasiertem und kultiviertem Fleisch sowie Lebensmitteln auf Basis moderner Fermentationsverfahren können einigen der größten Treiber des Klimawandels, des Artensterbens und der Umweltverschmutzung entgegengewirkt werden.
Alternative Proteine werden in sauberer Umgebung ohne Verunreinigung durch fäkale Krankheitserreger hergestellt und benötigen in der Produktion keine Antibiotika. So tragen diese Lebensmittel dazu bei, die Wirksamkeit von Antibiotika in der Humanmedizin zu erhalten, die Entstehung neuer zoonotischer Infektionskrankheiten zu verhindern und somit die häufigsten Ursachen von Pandemien zu bekämpfen.
Eine vielfältigeres Ernährungssystem mit einem größeren Anteil an alternativen Proteinquellen wird Gesellschaften dabei helfen, ihre Nachhaltigkeits- und Gesundheitsziele zu erreichen, ohne dass sie darauf angewiesen sind, dass Menschen kurzfristig ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen.

Impulse für eine starke Wirtschaft
Alternative Proteine haben ein enormes ökonomisches Potenzial. Laut einer Studie von Systemiq könnte der Sektor mit der richtigen politischen Unterstützung und den entsprechenden Investitionen bis 2040 jährlich bis zu 111 Milliarden Euro zur EU-Wirtschaft beitragen (vergleichbar mit dem europäischen Weinsektor) und zudem bis zu 414.000 Arbeitsplätze sichern, davon 16 % in der Landwirtschaft.
In Deutschland könnte der Sektor langfristig bis zu 65 Milliarden Euro zur Wertschöpfung beitragen und bis zu 250.000 Arbeitsplätze schaffen. Inwieweit dieses Potenzial ausgeschöpft wird, hängt auch hier maßgeblich von der richtigen Unterstützung durch Politik und Industrie ab.
Mit einer leistungsfähigen Forschungslandschaft und starken Unternehmen hat Europa alle Voraussetzungen dafür, im Bereich alternativer Proteine eine globale Führungsrolle einzunehmen. Doch ohne nennenswerte Investitionen in Forschung und Entwicklung riskiert Europa, international den Anschluss zu verlieren.
So wie die Politik in der EU und auf nationaler Ebene Forschung zu erneuerbaren Energien gefördert hat, sollte sie auch Open-Access-Forschung im Bereich der alternativen Proteinquellen fördern, um deren gesellschaftlichen Nutzen zu maximieren und hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.

Mehr Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher
Das heutige Ernährungssystem wird die weltweit steigende Nachfrage nach Fleisch und Protein im Allgemeinen nicht bedienen können.
Pflanzenbasiertes und kultiviertes Fleisch sowie Lebensmittel auf Basis von Fermentation erweitern das Angebot und liefern den Menschen Lebensmittel, die ihnen vertraut sind – aber auf eine nachhaltigere Weise hergestellt werden.
Damit diese nachhaltigen Produkte mehr Menschen in Europa erreichen, setzen wir uns für eine verlässliche und evidenzbasierte Regulierung und für faire und verständliche Produktbezeichnungen ein.








